Konzept

Aufgaben einer Kindertagespflegeperson

Als Kindertagespflegeperson sind die Pflichten und Aufgaben klar geregelt. Bildung, Erziehung und Betreuung, sind die drei grundlegenden Elemente, die gesetzlich im Kinderbildungsgesetz und SGB VIII verankert sind. Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) regelt die Rahmenbedingungen für die frühkindliche Bildung in Nordrhein-Westfalen.

§3 (Fn3) Aufgaben und Ziele

Kindertageseinrichtungen, KiTa, Kindergarten und Kindertagespflege haben einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag.

 

§13 (Fn6) Frühkindliche Bildung

Bildung ist eine aktive Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Umgebung auf der Grundlage seiner bisherigen Lebenserfahrung. (…) Bildung wirkt darauf hin, die Entwicklung des Kindes zu einer eigenständigen Persönlichkeit und den Erwerb seiner sozialen Kompetenz (…) zu fördern.“

 

§2 (Fn6) Allgemeine Grundsätze

Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und auf Förderung seiner Persönlichkeit. Seine Erziehung liegt in der vorrangingen Verantwortung seiner Eltern. (…) Die Bildungs- und Erziehungsarbeit (…) in der Kindertagespflege ergänzt die Förderung des Kindes in der Familie. (…) Sie orientiert sich am Wohl des Kindes. Ziel ist es, jedes Kind individuell zu fördern.“

Die vier Bausteine unseres Konzepts​

1.

Zum einen auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die im KiBiz, SGBVIII beschrieben sind. Sie bilden das Fundament unserer Kindertagespflege.

2.

Zum anderen der pädagogische Ansatz, also das, was wir anhand des Qualitätslehrgangs erlernt, sowie durch stetige Fort,- und Weiterbildungen vertiefen und umsetzen.

3.

Und unserem eigenen individuellen Stil. Denn wie auch die Kinder, ist jede Kindertagespflegeperson individuell und steuert somit eine eigene charakterliche Note bei.

4.

Wir möchten den Kindern ein herzliches und sicheres Umfeld bieten, Ihnen Liebe schenken, Ihnen Beachtung schenken, Ihnen zuhören, ein guter Freund sein, Ihre Fähigkeiten fördern und bestmöglich Sorge dafür tragen, dass sie sich frei  und individuell entfalten können und ein gutes Explorationsverhalten entwickeln.

Erziehungsmethode

Wir vom Team kindividuell wenden den demokratischen Erziehungsstil an. Wir möchten gern Teil der Gruppe sein. Mit viel Kommunikation, eine sogenannte psychische Haut aufbauen, Sicherheit geben und mit Ihnen gemeinsam die Welt entdecken. Zudem fördert viel Kommunikation den Sprachstil und Wortschatz des Kindes. Durch den demokratischen Erziehungsstil wird die Eigenaktivität, Eigeninitiative und Selbständigkeit gefördert. Sie ist ein gutes Mittelmaß um dem Kind sowohl ein Verständnis für Freiheit, als auch Autorität zu vermitteln, denn Grenzen und Regeln sind ebenfalls Bestandteil des demokratischen Erziehungsstil. Allerdings werden diese durch positives Lenken und Vorschläge bei denen die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt werden umgesetzt. 


Der gesellschaftliche Aspekt wird nicht nur durch die Kindertagespflegegruppe als solches positiv gefördert, die demokratische Methode wirkt sich ebenfalls positiv auf die Kompetenzen der Kinder in Bezug auf die spätere Entwicklung aus. (Wertschätzung, Kritikfähigkeit, Verständnis gegenüber Mitmenschen, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein)


"Kinder sollen sich zu glücklichen, selbstbewussten, liebenswerten und verantwortungsbewussten Menschen entwickeln – das ist Sinn, Zweck und Anliegen der modernen und damit „richtigen“ Erziehung."


Der demokratische Erziehungsstil auf der Grundlage der Gesetzeslage, sowie die individuelle charakterliche Note, sind für uns ideale Voraussetzung für die Förderung und Zusammenarbeit mit Kindern.

Frühkindliche Bildung und Pädagogik als zentraler Bestandteil der Kindertagespflege

"Die Kindertagespflegepersonen begleiten die Kinder in ihrer Entwicklung. Sie planen pädagogische Angebote, fördern die Bildung der Kinder, ermöglichen ihnen, eigene Erfahrungen zu machen und die Welt kennenzulernen. Die Kinder spielen gemeinsam mit anderen Kindern und lernen im sozialen Miteinander Grundlegendes, um sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden. Im familiären Umfeld erfahren Kinder Alltagsbildung, die Voraussetzung für schulische Bildung ist."                

(Auszug vom Bundesverband für Kindertagespflege https://www.bvktp.de/was-istkindertagespflege)             

Pädagogische Ansätze

Das tägliche Beobachten und Wahrnehmen ist Bestandteil jeder Kindertagespflege. Wir haben auch hier Leitlinien und Werkzeuge erarbeitet, die es uns ermöglichen, einen Verlauf des Entwicklungsstandes jedes einzelnen Kindes wahrzunehmen und festzuhalten. So können wir eine individuelle Betreuung anbieten, die Fertigkeiten weiter fördern und sie entsprechend dem Entwicklungsstands unterstützen.

Freies Spiel

In der Kinderbetreuung bezeichnet man mit Freispiel den Zeitabschnitt, der pädagogischen Arbeit, in welchem Kinder das Spielzeug, den Ort und den Freund zum Spielen selbst wählen dürfen.

Ziel ist es, Kindern die Möglichkeit zu geben, selbst Entscheidungen treffen zu können, ihren Horizont zu erweitern, die Grenzen spielerisch zu erkunden, ihr ICH zu entfalten und bei entsprechenden Rahmenbedingungen die Wirkung von Erfolg und Misserfolg kennen zu lernen. 

Sprachförderung

Die alltägliche Kommunikation mit Kindern, auch nonverbal, ist entscheidend. 

 

Gemeinsames Singen, (Vor)lesen, viele Reime, gemeinsames Spielen, das falsch gesprochene Wort erneut richtig Wiederholen (corrective feedback), sowie das eigene Handeln sprachlich zu begleiten, sind Methoden um die Sprache zu fördern.

 

Je öfter und abwechlungsreicher Sprache ist, desto besser

Kinder haben eine Menge zu berichten und zu erzählen, man muss Ihnen einfach zuhören.

Gesundheitliche Bildung

  • Unterstützung der Kinder im Bereich der Lebens-praktischen Fähigkeiten/Alltagssituationen 

  • Unterstützung der Kinder im Bereich Körper- und Sinneswahrnehmung

  • spielen Lernen durch aktives Tun, sowie Lernen am beispielhaften Verhalten

Ziel ist es, Kinder für ihre seelische und körperliche Unversehrtheit zu sensibilisieren

Natur- und Umweltbewusstsein

Kinder im Dreck spielen zu lassen, Ihnen spielerische Freiräume zu ermöglichen, um die Natur entdecken und erkunden zu können ist für ein gesundes Naturverständnis unverzichtbar. 

  • Förderung der gesunden Entwicklung 

  • Vielfältige Reize der Sinne

  • Körperwahrnehmung und Verstand anregen

  • Ökologisches Wissen aufbauen um Zusammenhänge zu verstehen 

  • Förderung der Kreativität und Verantwortungsgefühl 

  • Frühkindliche Naturbegegnungen sind eng mit dem Naturschutz verbunden


Nur was man kennt, kann man auch schützen

"Sind uns Pflanzen und Tiere nicht mehr fremd, haben wir eine Vertrautheit zu Ihnen entwickelt ist eine Voraussetzung für schützendes Verhalten entstanden. So kämpfen wir z.B. für den Erhalt des Baches, an dem wir als Kinder spielten, oder des Baumes, unter dessen Blätterdach wir im Sommer saßen."  - Morenzin

Pädagogische Förderung

  • Selbstständigkeit

  • Selbstvertrauen

  • Sozialverhalten

  • Fein- und Grobmotorik

  • Phantasie und Kreativität

  • Hygiene/Vernünftiges Verständnis für Sauberkeit

  • Musikalische Entwicklung

  • gesundes Bewegungsverständnis/Sport

  • gesunde Ernährung

Zeit zum Zeichnen

Bindung

Bindung Definition = Dauerhaftes emotionales Band zweier Menschen

 

Keine Bindung = keine Kindertagespflegebetreuung

 

Ohne Bindung zum Kind lässt sich weder der Betreuungsauftrag noch die pädagogische Ansätze vermitteln. Bindung ist der Schlüssel zum Kind und vom Kind zu uns.

„Ein Kind, das in seinen erwachsenen Bezugspersonen keine Sicherheit und positive Bestätigung erfährt, ist nicht frei, uneingeschränkt zu explorieren und zu lernen.“

Eingewöhnungsphase-"Berliner Modell"

Die Eingewöhnungsphase ist als Übergangsphase anzusehen.

Demnach sind Sie als Elternteil bzw. Erziehungsberechtigter ebenfalls anwesend (sicherer Hafen). Dies ermöglicht dem Kind sich unbeschwert in die Gruppe der Kindertagespflege einzufinden und sich mit den Räumlichkeiten und Umfeld vertraut zu machen. Auch das Lieblings Kuscheltier oder Kuscheltuch gibt dem Kind, in der vorerst fremden Umgebung, eine gewisse Sicherheit. (sicherer Anker)

Je nach Bindung des Kindes an die Kindertagespflegeperson wird die Betreuungszeit in der Eingewöhnungsphase mit dem Elternteil/Bezugsperson individuell zeitlich angepasst.

 

Demnach werden Sie:

  • Am Anfang für eine gewisse Zeit zusammen anwesend sein  (ca. 1-2 Std.)

  • Im spielerischen Verlauf für kurze Zeit die Tagespflege verlassen (ca. 30min)

  • Das Kind ohne Elternteil in der Kindertagespflege lassen (ca. 1-2 Std.)

  • Wir bieten auch einen gesammten Probetag entsprechend des Betreuungsumpfangs an.

 

Die Beendigung der Eingewöhnungsphase entscheidet das Kind. Die Kindertagespflegeperson nimmt die vom Kind ausgehenden Signale auf und kann somit die Bindung zum Kind und dessen Eingewöhnung in die Gruppe der Kindertagespflege beurteilen.

SICHERER ANKER

„Babys und Kleinkinder können Bindungsbeziehungen zu mehreren Personen entwickeln. (…) Ein Kind unterscheidet nicht nur zwischen den verschiedenen Bindungspersonen, sondern jede dieser Bindung wird für sich aufgebaut und die Bindungsbeziehungen sind von unterschiedlicher Qualität.“

 

(Weiß/Stempinski/Keimeleder:DJI-Curriculum „Qualifizierung in der Kindertagespflege“, kallmeyer 2008, 2. Auflage, Bindung ein wichtiges Konzept für die Kindertagespflege Seite 10)